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Wenn die Unterstützung Grenzen hat

  • 18. Feb.
  • 1 Min. Lesezeit

Die Reise als Selbstständige ist interessant und abwechslungsreich. Man lernt ständig dazu. Im Guten wie im Schlechten.


Meine Arbeit als Übersetzerin, Sprachlehrerin, Lektorin und Korrektorin macht mir großen Spaß. Die freie Zeiteinteilung ist mit Kind eine echte Erleichterung, und Schwierigkeiten gibt es zum Glück nur selten.


Letztes Jahr bekam ich den Auftrag, eine Seminararbeit zu korrigieren. Obwohl ich mich über den geringen Umfang der Arbeit gewundert habe (meiner Erfahrung nach war der Inhalt für einen Leistungsnachweis keineswegs ausreichend) und auch auf Nachfrage darauf bestanden wurde, führte ich die Korrektur durch. Es war wohlgemerkt immer von einer "Korrektur" die Rede.


Die Erwartungshaltung der Kundin war jedoch eine ganz andere, wie sich herausstellte. Ihrer Meinung nach hätte ich viel mehr tun sollen, und gendern. Ich bin gerne bereit, Kundenwünsche zu berücksichtigen - sofern sie mir mitgeteilt werden. Hier wies nichts darauf hin, dass Gendersprache gefordert war. Und was das „mehr“ betrifft: Ich kann nur korrigieren, was da ist. Ich darf nicht die Arbeit für jemand anderen schreiben.


Natürlich helfe ich mit Formulierung und rotem Faden und weise auf Widersprüche hin. Bei Uni-Arbeiten darf ich aber nicht völlig neue Themengebiete anfügen oder Komplexe ausarbeiten, die zuvor nicht da waren. Es ist ein Unterschied, ob ich einen Roman lektoriere, einen Text für jemanden schreibe oder eben ein Korrektorat durchführe.


Ich schreibe meine Uni-Arbeiten auch selbst. Soviel Fairness muss sein.

 
 
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